Roberta – Lernen mit Robotern oder nur teures Spielzeug?

Roberta-PuschelWenn man den geschmeidigen Werbestrategen von LEGO® Mindstorms Glauben schenken darf, dann sollte Mädchen vermehrt Zugang zu LEGO® Robotern gewährt werden, die – passend zum Gender-Mainstream – Roberta® genannt werden. Denn so soll sich – unter fachkundiger Anleitung von Roberta®-Teachern und der Betreuung durch Roberta®-Scouts – ein lang gehegter Traum erfüllen: Mädchen, inspiriert vom Barbie®-Image, „erobern“ im Sturm die Domäne der „Roberts“, verkleiden die wenig schmucken Gefährte mit Kuscheltieren, vernetzen sie via Bluetooth mit dem Lillifee®-Roboter der allerbesten Freundin und programmieren herzzerreißende Chat-Dialoge. Und daraus entsteht dann ein unerschöpflicher Pool von Frauen, die ihre Erfüllung in naturwissenschaftlich-technischen Berufen suchen.

Scherz beiseite. Ich glaube nicht, dass Mädchen und junge Frauen so eindimensional gestrickt sind. Und ich bin äußerst skeptisch, was die Kompetenz eines Spielwarenherstellers anbelangt,  Antworten auf die Gender-Problematik geben zu können. Deren kommerziellen Interessen liegen offen und die Frage nahe: Cui bono? Ein Bausatz des EV3-Roboters von LEGO®-Mindstorms, ohne den nichts geht, kostet bei preisgünstigen Anbietern etwa 300-400 €. Und wenn dann ein Global Player wie LEGO® es ermöglicht, Lehrkräfte kostenlos zum Roberta®-Teachern auszubilden und zudem Schulen mit einer größeren Zahl besagter Roboter-Bausätze ausstattet, dann muss sich das rentieren. Dass dabei fischertechnik® zum Heulen zumute ist, kann ich gut nachvollziehen. Und was müssen wir davon halten, wenn LEGO® nun auch noch mit OPEN-Roberta® den Non-Profit-Bereich beackert?

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