Bayduino oder die Scheu vor dem Breadboard

Die bayrischen Kleinunternehmer Hans Franke, Nils Hitze und Jörg Blumtritt haben einen Mikrocontroller auf den Markt gebracht mit dem Anspruch, ein kompletter „Baukasten für das Internet of Things“ zu sein. Aber kann dieser All-in-one-Bayern-Arduino dem selbst gestellten Anspruch gerecht werden?

Die Ausstattung des Boards mit einem Beschleunigungssensor, einem Magnetometer, einem ADPS-9960 fürs Erkennen von Annäherungen und Gesten, vier Tasten und einer 8 × 8-LED-Punktmatrix ähnelt der des BBC microbit und des Calliope mini. Wirklich revolutionär ist das also nicht und die Spiele, die mit vier Knöpfen und einer 8 x 8 Punktmatrix darstellbar sind, passen auch nicht so recht ins Szenario vom Internet der Dinge.

Ob sich eine Investition von 45 Euro für das Basis-Modell und ca. 80 Euro für das Komplettpaket mit Netzteil, USB-Kabel, Micro-SD-Karte und Akkupäckchen wirklich lohnt, ist schwer abzuschätzen. Die Einblicke, die über die Internetseiten der Hersteller gewährt werden, erhellen die möglichen Vorzüge des Boards für eine Verwendung im Unterricht nur ansatzweise.

Da der Bayduino über die Arduino-IDE programmiert wird, ergeben sich für das Coden keine Vorteile zum Original. Auch die Ankündigung, die Entwicklung einer grafischen Programmierumgebung vorantreiben zu wollen, ist eher unspektakulär, da dieses Ziel in der gegenwärtigen Arduino-Szene mit beispielsweise Snap4Arduino oder miniBlog und Ardublock längst erreicht ist.